Sonntag, 24. Februar 2008

Es gibt sie noch,

...die Innovation.

Ich bin ja so jemand, der der Meinung ist, dass Computerspiele viel größere Chancen als Filme haben, eine virtuelle Welt oder eine alternative Realität darzustellen und Geschichten von Interesse zu erzählen, die uns anziehen und einhüllen.
Leider bin ich ja auch so jemand, der der Meinung ist, dass viel zu wenig Spiele ihr Potential ausschöpfen oder dem Anspruch Kunst zu schaffen gerecht werden. Und woran liegt das?
Drei Faktoren. Präsentation, Innovation und and der Welt, die erschaffen wird.
Schon die meisten Spiele drehen sich um das ach so ausgelutschte Thema des Zweiten Weltkriegs, um Alien-Invasionen oder Zombieattacken. Interesse an der Story? Null. Irgendwie kommen doch immer die gleichen Storywendungen, und dass die Spielfigur schlecht in der Story sterben kann da diese die Geschichte ja erlebt ist klar. [Charaktersprünge sind meiner Meinung nach schlechter Stil, bieten aber einiges an Potential]. Call of Duty 4: Modern Warfare hat das mit dem relativ unerwarteten Ende recht gut hinbekommen.
Allzuviele Spiele präsentieren ihre Story dann leider auch nicht spannend genug. Funksprüche die dir sagen wo es langgeht, kurze Zwischensequenzen, lange Zwischensequenzen, Ingame-Zwischensequenzen, CGI-Zwischensequenzen. Danke. Trotzdem reißen die wenigsten Storys mit, und das liegt allzuhäufig an der Präsentation. (Mein) Paradebeispiel für gelungene Präsentation - Homeworld. Die sehr schlicht gehaltenen Zwischensequenzen, schwarz-weiß gehalten, schaffen es wunderbar die düstere aber hoffnungsvolle Story voranzubringen.
Egoshooter haben in Sachen Präsentation wohl das größte Potential, da die Story aus der Ich-Perspektive erlebt wird. Leider sind die meisten Egoshooter langweiliges Rumgeballer und nichts anderes.
...und der dritte Punkt? Innovation. Da sieht man am wenigsten. Und um den Bezug zur Überschrift herzustellen - das letzte Spiel, das mich dank Innovation beeindruckt hat, war Audiosurf. (Danke nochmal an Sevi für seinen Post, der mich daran erinnerte, dass ich das endlich mal antesten wollte...)
Story und Präsentation fallen in diesem Fall heraus, da es dieselben nicht gibt.
Um was geht es in Audiosurf? Das Spiel analysiert eine MP3, bastelt daraus eine Rennstrecke, auf der man dann farbige Blocks einsammeln muss, ähnlich wie bei Tetris, nur viel schneller.
Getestet habe ich das zuerst mal mit einem Lied von August Burns Red. Sehr schön bei schnellen Gitarrenläufen ansteigende Strecken entlangzurasen.
"Okay", dachte ich mir, "das geht noch schneller". - Vorhang auf für The Number 12 Looks Like You - Bambi the hooker and a case of beer. Zu schnell, viel zu schnell aber auch irgendwie zu kurz. Wer jemals bei Mario Kart die Regenbogenstrecke auf höchster Geschwindigkeit gespielt hat.. so in etwa ist das, nur viel schneller.
Dritter Song: Minus the Bear - Pachuca Sunrise. Hier hat man richtig schöne Geschwindigkeitsunterschiede erkannt, abwechselnde ruhige Parts wechseln sich mit schnellem Beat ab. Am deutlichsten waren die Unterschiede jedoch mit Nine Inch Nails - My Violent Heart. Langsamer Anstieg, rasende abfahrt.
Und dann wars schon wieder um, da die Demo auf 4 Songs begrenzt wurde. Und dafür habe ich mir Steam runtergeladen?
Trotzdem, innovativ und spaßig für zwischendurch. Der Beweis, dass man nicht immer crysis-like Graphik braucht. Zum Langzeitspielwert kann ich natürlich leider nichts sagen... naja vielleicht kaufe ich es mir ja doch, sind ja nur knapp 10$.
Demo hier.

Und für das perfekte Spiel, das Innovation, Story und Präsentation vereint muss ich wohl auf Homeworld 3 warten. Oder was wären eure Favoriten in Sachen "Spiele, die Kunst sind"?

3 Senfgeber.:

Ba hat gesagt…

Also Spiele die wirklich noch Stil haben und dem Anspruch Kunst zu sein gerecht werden, findet man eigentlich nur in der Vergangenheit.
Zum Beispiel schafft es Anno 1603 nicht nur eine colle Story, sondern auch die passende Stimmung zu erzeugen.
Auch Heroes of Might und Magic III ost der beste Teil der Reihe. Während Heroes IV zu bunt ist (V hab ich noch micht gespielt), nimmt einen der Vorgänger in eine Abenteuerlich Welt der Schlachten...nur zum empfehlen.
Die Splinter Cell Reihe ist sehr gut und vor allem spannend gestaltet.
Aber Aktuelle Spiele fallen mir keine ein.

Ben hat gesagt…

01. HALO
02. Metal Gear Solid
03. Stronghold Crusader

Also Halo (1) kann ich gar nicht genug loben...(kauf ich auch nochma für'n mac) von den neuen Sachen hat mir nur CoD4 wirklich gefallen. Inovation hat seit dem jahr 2000 doch stark abgenommen

Dave hat gesagt…

@ba:
anno 1603 hab ich nie gespielt, wobei ich finde dass es für strategiespiele schwerer ist/sein kann den spieler so in den plot hineinzuziehen, da man ja meistens als befehlshaber von oben runterschaut. welches strategiespiel schafft es schon zuneigung zu den eigenen einheiten aufzubauen und einen so zum spielen zu bringen, dass man sie nicht verlieren will? wenige. ground control hat das aber zB geschafft dank einheiten-erfahrung. war immer sehr verärgert wenn ich ein elite-squad panzer verloren hab...

heroes oMaM III hab ich damals immer mit nem freund gespielt und geliebt. allerdings weniger story oder präsentations-mäßig, mehr dank des gelungenen spiels an sich, tolle features, viel zu entdecken, sauschwere szenariokarten usw.

@ben:
halo 1 haste recht. hab mich noch nie in einem spiel so verloren gefühlt, ständig sterben die marines weg, die flood taucht auf usw... unbedingt auf legendär durchspielen!
metalgearsolid nie gespielt, stronghold nur das original mal angetestet, das war aber ganz ordentlich gemacht.

hm dass innovation seit 2000 abgenommen hat ist eine gewagte aussage, ich würde ja sagen das kam erst etwas später... wobei jedes jahr das eine oder andere gute spiel rauskam. aber irgendwie kommen wenige an die liebe von alten klassikern wie monkey island ran.