Donnerstag, 30. August 2007

Abenteuer Documenta.

Nur einen Tag nach der Games Convention war es schon wieder Zeit auf Tour zu gehen, die Documenta stand an. Zum zweiten Mal in meinem Leben pilgerte ich zur Kunstmesse nach Kassel, das letzte mal war ich vor fünf Jahren dort - jung und unerfahren.

Angesichts der gebotenen Kunst konnte ich allerdings nicht behaupten dass mich der Kunstunterricht in der Schule sowie mein gesteigertes Interesse für Kultur, Literatur und Kunst irgendwie reifer hätte werden lassen.

Los ging es um ca. 1o.oo Uhr im Fredericianum, dem Hauptgebäude der Documenta, falls man das so nennen kann. Direkt auf der Treppe gab es dann etwas ungewöhnliches für die Documenta - ein altes Bild das einen Engel zeigt (leider habe ich den Künstler vergessen - sorry). Auf der Documenta vor fünf Jahren gab es keine ältere Kunst zu sehen, damals durfte man ausschließlich moderne Kunst bewundern. Das erste Bild aus einer anderen Epoche war dann wohl ein Zeichen für die diesjährige Documenta.
Viel gab es zu bestaunen in den Hallen des Fredericianums. Installationen wie ein roter Schlauch der herumlag und -hang oder eine Säule voll von bunten blinkenden Lichtern, geschwungenes Plastik das einen ganzen Raum durchzieht oder eine Art Netz mit Kleidungsstücken, in dem diverse (lebende) Damen hingen. Videos die zum Beispiel einen Künstler zeigen der mit Hilfe von Klopapier die Fahrstreifenbegrenzungen zu Kreuzen umfunktioniert. Oder ein Film über eine Dame die in der japanischen Bondage-Szene gearbeitet hatte. Photos aus aller Welt, die mehr Dokumentation als Kunst waren, Photoarbeiten zu vielen verschiedenen Themen, Minimal Art wie farbige Quader an einer Wand hängend oder die wirklich erleichternde Kunst von 1001 Stühlen aus der Ming-Dynastie die zu einer kurzen Pause einluden.
Im zweiten Gebäude zeigte sich deutlich die spätere Stunde, es war fast unerträglich heiß in den abgedunkelten und zugehängten Räumen, die sich immer mehr füllten. Auch hier gab es viel zu sehen, zu Sätzen geformte Heizstäbe, Comics, Gemälde, Installationen. Am eindrücklichsten: Eine gigantische Leinwand in einem großen, leeren, dunklen Saal, auf der ein Schauspieler einen düster-traurigen Monolog vortrug. Da das Documentabeihaft leider keine Hilfe war beim herausfinden um was es da ging vermuteten wir, dass der Monolog aus Shakespears Hamlet stammte.

Letztendlich lässt sich sagen dass auf der Documenta das Erlebnis der Kunst wie so oft war - man steht davor und sucht Sinn, Botschaft, manchmal sogar nur den künstlerischen Anspruch. Manchmal, eher selten, findet man etwas. Manchmal nicht. Dann bleiben Videos nur leere bewegte Bilder und Gegenstände nur leere Hüllen ohne Sinn. Schade. Trotz Kunstlehrer und Documentabegleitbuch an der Seite.

Trotzdem: